Science Museum
- museum
- family
- Preis: Kostenlos (Sonderausstellungen kostenpflichtig)
- Öffnungszeiten: täglich 10:00-18:00 Uhr
Geschichte
Das Science Museum entstand aus den Überresten eines Spektakels: überschüssigen Maschinen und Exponaten der Weltausstellung von 1851, jener gewaltigen Leistungsschau von Industrie und Erfindungsgeist im Crystal Palace im Hyde Park. 1857 als eigenständige Institution gegründet, fand das Museum schließlich ein eigens errichtetes Zuhause an der Exhibition Road, im South-Kensington-Museumsviertel, das die Gewinne der Weltausstellung mitfinanzierten – zusammen mit dem benachbarten Natural History Museum und dem V&A.
Die Sammlung liest sich wie eine Zeitleiste der Ingenieurskunst selbst. Stephensons Rocket, die bahnbrechende Dampflokomotive, die 1829 die Rainhill Trials gewann und mitdefinierte, was eine Eisenbahnlokomotive sein konnte, steht nur wenige Schritte von der echten Apollo-10-Kommandokapsel entfernt, die im Mai 1969 Astronauten um den Mond herum trug und deren Hitzeschild noch immer von einem echten Wiedereintritt in die Erdatmosphäre versengt ist. Während sich viele Wissenschaftsmuseen auf Nachbildungen verlassen, ist dieses überproportional mit echten Originalobjekten bestückt, vom originalen DNA-Modell von Crick und Watson bis zu frühen Strahltriebwerken und den Rechenmaschinen der Computerpioniere.
Wussten Sie schon?
Apollo 10 war im Grunde die Generalprobe für die Mondlandung: Im Mai 1969 durchlief die Besatzung sämtliche Phasen der Mission außer der eigentlichen Landung, sank bis auf etwa 15 Kilometer über die Mondoberfläche und kehrte dann um – die endgültige Landung überließ man bewusst der Apollo 11, zwei Monate später. Die Brandspuren, die heute an der im Museum ausgestellten Kommandokapsel zu sehen sind, sind kein Ausstellungseffekt, sondern das echte Ergebnis des Wiedereintritts der Kapsel in die Atmosphäre mit fast 40.000 Kilometern pro Stunde.
Auch das ausgestellte DNA-Modell ist keine vom Museum angefertigte Nachbildung. Es enthält Originalteile jenes Modells aus Metall und Klammern, das James Watson und Francis Crick 1953 in Cambridge bauten, um die Doppelhelixstruktur der DNA zu entschlüsseln – eine der folgenreichsten Entdeckungen der modernen Wissenschaft, zusammengesetzt aus nicht viel mehr als geliehenen Laborteilen und viel Ausprobieren.
Gut zu wissen
Der Eintritt zu den sieben Stockwerken des Museums ist frei, wie bei den anderen Museen in South Kensington üblich, auch wenn Sonder- oder Wanderausstellungen manchmal einen eigenen Ticketpreis haben. Wonderlab, die interaktive Galerie des Museums mit Mitmach-Experimenten und Live-Vorführungen für jüngere Besucher, ist die einzige Ausnahme: Hier ist ein separates, kostenpflichtiges Ticket nötig, das online im Voraus günstiger ist als am Eintrittstag, wobei Kinder bis drei Jahre kostenlos hineinkommen.
Das Museum ist bei Familien besonders beliebt, weshalb Wochenenden und Schulferien den größten Andrang bringen, vor allem bei den zeitlich gebuchten Slots für Wonderlab – wer früh kommt oder im Voraus bucht, hat einen entspannteren Besuch. Dank seiner Lage an der Exhibition Road liegen das Natural History Museum und das V&A nur einen kurzen Fußweg entfernt, sodass sich leicht ein ganzer Museumstag in South Kensington daraus machen lässt.