Greenwich (Royal Observatory & Cutty Sark)
- old-town
- museum
- Preis: £18 - £24 (Observatory & Cutty Sark)
- Öffnungszeiten: Park kostenlos/von der Morgen- bis zur Abenddämmerung; Observatory täglich 10:00 - 17:00 Uhr
Geschichte
Greenwich ist seit der Tudor-Zeit eng mit der Krone, dem Meer und dem Himmel verbunden: Der einstige Palace of Placentia, der hier stand, war Geburtsort Heinrichs VIII. und beider seiner Töchter, Maria I. und Elisabeth I. 1997 würdigte die UNESCO die spätere Verwandlung des Ortes, indem sie das gesamte Flussensemble — den Park, den zum College umgebauten Palast und das Observatorium auf dem Hügel — zum Weltkulturerbe erklärte, eine seltene Auszeichnung für einen einzelnen Abschnitt Londons.
Christopher Wren entwarf 1675 das Royal Observatory für John Flamsteed, den ersten Astronomer Royal, der die dringende praktische Aufgabe hatte, das Längengradproblem auf See zu lösen, damit Schiffe sicher navigieren konnten. Wren entwarf auch die barocken Uferbauten, die später als Old Royal Naval College bekannt wurden und auf dem Gelände des alten Tudor-Palastes als Hospital für verwundete und pensionierte Seeleute errichtet wurden — bis heute eines der prachtvollsten klassizistischen Bauensembles Großbritanniens.
Der Nullmeridian und die GMT
Am Royal Observatory legte 1884 eine internationale Konferenz Greenwich als weltweiten 0°-Längengrad fest, vor allem weil ein Großteil der Weltschifffahrt bereits auf britischen Seekarten mit dieser Referenz beruhte. Jede Zeitzone der Erde wird bis heute über ihren Versatz zu dieser Linie definiert, und die Greenwich Mean Time bleibt ein globaler Bezugspunkt für die Zeitmessung, auch wenn die technische Aufgabe inzwischen von Atomuhren übernommen wurde.
Besucher können auf der in Messing und Stahl in den Hof des Observatoriums eingelassenen Meridianlinie stehen, mit einem Fuß in der östlichen und einem in der westlichen Hemisphäre. Nach Einbruch der Dunkelheit wird vom Observatorium ein leuchtend grüner Laser genau entlang der Meridianlinie über den Londoner Himmel projiziert, in klaren Nächten kilometerweit sichtbar — eine eindrucksvolle Art, eine unsichtbare Linie sichtbar zu machen.
Wussten Sie schon?
Am Flussufer liegt die Cutty Sark, einer der letzten erhaltenen Tee-Klipper des 19. Jahrhunderts und einst eines der schnellsten Schiffe überhaupt. Sie ist auf Stützen über einem verglasten Trockendock aufgebockt, sodass Besucher unter ihrem schlanken eisernen Rumpf hindurchgehen und ihn von unten betrachten können — ein Blickwinkel, den ihre ursprüngliche Besatzung nie hatte. 2007 brach während der Restaurierung ein Feuer aus, das Teile des Schiffs zerstörte, doch die Restauratoren bauten das Verlorene wieder auf, und 2012 öffnete das Schiff erneut für die Öffentlichkeit.
Zusammen mit dem National Maritime Museum, das eine der weltweit größten Sammlungen maritimer Kunst, Karten und Artefakte beherbergt, erzählt Greenwich die Geschichte von Großbritanniens seefahrender Vergangenheit so lebendig wie kaum ein anderer Ort im Land.
Gut zu wissen
Der Greenwich Park selbst ist kostenlos und von der Morgen- bis zur Abenddämmerung geöffnet, doch das Royal Observatory und die Cutty Sark verlangen jeweils Eintritt, wobei auch Kombitickets für beide erhältlich sind. Angesichts der Größe des Geländes lohnt es sich, einen ganzen Tag einzuplanen, um Observatorium, Cutty Sark, Old Royal Naval College und einen Spaziergang durch den Park mitzunehmen.
Eine Bootsfahrt auf der Themse aus der Londoner Innenstadt ist eine der schönsten Anreisemöglichkeiten und zugleich eine kleine Sightseeing-Tour, auch wenn die DLR bis zur Station Cutty Sark schneller ist. Wie auch immer man anreist: Der Aufstieg zum Observatorium wird mit einem der schönsten Ausblicke Londons belohnt, mit Blick den Fluss hinunter bis Canary Wharf und die Skyline der Stadt.