National Gallery
- art-museum
- Preis: Kostenlos (Sonderausstellungen kostenpflichtig)
- Öffnungszeiten: täglich 10:00-18:00 Uhr, Fr bis 21:00 Uhr
Geschichte
Die National Gallery verdankt ihre Entstehung einer peinlichen Lücke. 1824 beschloss das Parlament, 38 Gemälde aus dem Nachlass des Bankiers John Julius Angerstein zu kaufen, damit Großbritannien endlich eine nationale Sammlung besaß, die diesen Namen verdiente, statt Besucher nach Paris, Madrid oder Wien reisen zu lassen, um eine solche zu sehen. Diese ersten Bilder wurden zunächst in Angersteins eigenem Stadthaus in Pall Mall gezeigt, bis ein eigens errichtetes Gebäude bereitstand: 1838 zog die Sammlung in William Wilkins' neoklassizistischen Bau am neu angelegten Trafalgar Square, wo sie bis heute steht.
Aus drei Dutzend Gemälden ist eine Sammlung von mehr als 2.300 Werken geworden, und bemerkenswerterweise blieb der Eintritt die ganze Zeit über frei — eine Politik, die jede Regierung seit 1824 beibehalten hat. Der bedeutendste Erweiterungsbau kam 1991 mit der Eröffnung des Sainsbury Wing direkt nebenan: ein postmoderner Anbau von Robert Venturi und Denise Scott Brown, eigens errichtet, um die ältesten Gemälde der Galerie zu beherbergen, leuchtende Altarbilder von Van Eyck und Botticelli aus der Frühzeit der Renaissance.
Wussten Sie schon?
Leonardo da Vinci malte zwei Fassungen der Felsgrottenmadonna, und eine davon gehört der National Gallery — die andere hängt im Louvre, sodass London einer von nur zwei Orten weltweit ist, an denen sich diese Komposition im Original bewundern lässt. An anderer Stelle der Sammlung ist ein ganzer Raum den späten Seestücken von J.M.W. Turner gewidmet, in denen sich Himmel und Wasser in reines Licht und reine Farbe auflösen — Jahrzehnte bevor der Impressionismus als Bewegung überhaupt existierte.
Van Gogh malte fünf Fassungen seiner Sonnenblumen, und die Londoner Version — kanariengelbe Blüten vor gelbem Hintergrund — gilt als die meistreproduzierte der Serie. Er schuf sie 1888 in Arles, um das Zimmer zu schmücken, in dem er hoffte, Paul Gauguin würde wohnen; seither ist sie zum meistfotografierten Gemälde der gesamten Galerie geworden, endlos reproduziert auf Postern, Tassen und Stofftaschen im Museumsshop.
Gut zu wissen
Der Eintritt zur Dauerausstellung ist kostenlos, und anders als der Louvre oder das British Museum lässt sich die National Gallery bequem an einem einzigen Nachmittag besichtigen, ohne dass man erschöpft ist oder ganze Flügel auslassen muss. Sie öffnet täglich ab 10:00 Uhr, Einlass ist bis zur Schließung möglich, und freitags bleibt sie bis 21:00 Uhr geöffnet — eine gute Gelegenheit für einen ruhigeren, stimmungsvollen Abendbesuch abseits der Reisegruppen tagsüber.
Die Galerie liegt direkt am Trafalgar Square, nur wenige Gehminuten von der Station Charing Cross entfernt und von mehreren U-Bahn-Linien angebunden, sodass sich der Besuch leicht mit einem Spaziergang über den Platz selbst oder zum nahen Leicester Square und Covent Garden verbinden lässt. Am Eingang liegen kostenlose Galeriepläne aus, und es lohnt sich mehr, sich auf zwei oder drei Säle zu konzentrieren, als zu versuchen, bei einem Besuch alles zu sehen.